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23.11.: Rohde/Wolff gewinnen die Köln-Ahrweiler

Auf der Rampe  Gewinner der Rallye Köln Ahrweiler 2005, Oliver Rhode und Jan Wolff suf Porsche 924 Carrera GT

Die Essener Porsche-Piloten Oliver Rohde und Jan Wollf haben sensationell bei der Rallye Köln Ahrweiler den Sieg nach Hause holen können. Die Auto-Motiv-Team Mitglieder Rohde/Wolff haben auf ihrem Porsche 924 Carrera GT die Rallye dominiert.
Das gesamte Fahrspass/Auto-Motiv-Team freut sich mit und gratuliert!

 

Oliver Rhode (l.) mit Co-Pilot Jan Wolff (r.)  Gewinner der Rallye Köln-Ahrweiler 2005

Oliver Rohde: „Wir hatten einen Lauf und irrsinnig Spaß!“

Als am Freitag, dem 11. November 2005 der rote Porsche 924 mit der Startnummer 22 über die Startrampe in Mayschoss rollt, gilt das Piloten-Duo Oliver Rohde und Jan Wolff als absoluter Außenseiter. Nur Insider wissen, dass Rohde im Mai 2005 mit dem 12. Gesamtrang bei Egons 500 auf dem Nürburgring für Furore sorgte. Nach der ersten Prüfung sieht die Welt etwas anders aus: Auf der rund fünf Kilometer langen, teilweise sehr rutschigen, komplett im Dunkeln gefahrenen Prüfung markieren die beiden Essener die Bestzeit. „Diese Position ist vollkommen ungewohnt und überraschend. Es ist fast schon ein wenig peinlich, so weit vorne zu sein“, sagt Rohde im Etappenziel.

Am zweiten Tag rollt der im Volksmund gerne als Hausfrauen-Porsche belächelte Gruppe B-Renner als Erster über die Startrampe. Und die beiden knüpfen da an, wo sie am Tag vorher aufgehört hatten: Mit zwei weiteren Bestzeiten bauten sie die Führung aus. Keine Spur von Hausfrauen-Image, auf den selektiven Prüfungen der KAW trennen sich schnell die Männer von den Bübchen.

Nach einer kleinen Unterbrechung in WP vier und fünf erobert Rohde auf der Nordschleife die Spitze zurück und sollte diese nicht mehr abgeben. Mit insgesamt fünf von 12 möglichen Bestzeiten ist der 41jährige der dominierende Mann. Und auf der entgegengesetzt gefahrenen Nordschleife büßt der Groß- und Außenhandelskaufmann nur vier Sekunden gegenüber Andreas Mansfeld im bärenstarken Moufang-BMW M3 ein. „Das hat mich am meisten gewundert“, gibt Rohde zu.

Im Ziel sind es dann 1.40,8 Minuten, die Rohde/Wolff von Stefan Schlesack/Peter Schaaf im Ford Escort RS2000 trennen, im Rallyesport nahezu eine Ewigkeit. „So ganz erklären kann ich es mir auch nicht“, ist Rohde der Sieg fast ein wenig peinlich. „Wir hatten einen Lauf und es hat irrsinnig Spaß gemacht. Wir hatten keine technischen Probleme.“ Erst Tage später realisiert der gelernte KfZ-Mechaniker, was er da geschafft hat: „Früher stand ich als Zuschauer an der WP und habe Schlesack, Jerlitschka oder Fritzinger als Vorbilder angesehen. Jetzt habe ich gegen die gewonnen – unglaublich.“

Der Rummel in den Tagen danach war für Rohde gleichermaßen schön wie auch anstrengend. „Es haben zig Leute angerufen, Mails geschrieben oder sind einfach vorbeigekommen. Dabei habe ich eigentlich nur eine Rallye gewonnen, bei der ich mitgefahren bin, um Spaß zu haben. Ich komme natürlich auch nächstes Jahr wieder, aber bitte erwartet nicht wieder ein solches Ergebnis.“ Dann wird auch Freundin Kerstin dabei sein, die dieses Jahr verhindert war. „Das wird ihr kein zweites Mal passieren, garantiert“, meint „ihr“ Oliver mit einem Augenzwinkern.

Angefangen hat bei dem Essener alles im Jahr 1998. Ein Kumpel bat ihn, seinen 924 Carrera GT zu reparieren. Oder zu kaufen. „Doch es ist nicht gerade mein Traumauto“, sagt Rohde noch heute. Schließlich kauft er ihn doch zu einem Spottpreis und macht ihn als Straßenauto wieder fertig. Zusammen mit seinem Bruder Patrick sowie Michael Küke, die jeweils einen 944 Turbo fahren, dreht Oliver manch eine Runde im Touristenverkehr auf der Nordschleife. Michael Küke ist übrigens auch schon zweimal bei der KAW mit einem Ford Escort gestartet und wurde dieses Jahr Gesamtvierter!

Anfang 2004 ist dann klar: „Touristenverkehr ist zwar schön, aber ich wollte echte Wettbewerbe fahren!“ Aufgrund seines Arbeitgebers, einem Fahrzeugteilehändler, der unter anderem auch auf der Motor-Show Essen ausstellt, hat Rohde seit vielen Jahren Kontakt zu anderen Motorsportlern. Hierzu zählen auch Gespräche mit einem ehemaligen Boxencrewmitglied des unvergessenen Ulli Richter – wie Rohde aus Essen – der Anfang der 80er Jahre einen 924 Carrera GTS zu vielen Siegen lenkte.

Ein Käfig und andere Sicherheitseinrichtungen kamen hinein, Michael Küke, der hauptberuflich klassische Porsche vorbereitet und wartet, gibt viele nützliche Tipps. Im Winter 2004/2005 knöpft sich Rohde den Motor vor, der ursprünglich aus dem Audi 100 E stammte. „In der Serienversion leistet dieser 210 PS, jetzt habe ich 240.“ Zu den größten Vorteilen des 924 Carrera GT zählt der 41jährige die nahezu optimale Gewichtsverteilung von 50:50. Dieses liegt vor allem am Transaxle-Getriebe, welches mit der Hinterachse verbaut ist. „Das Fahrzeug wiegt über 1.100 Kilogramm und ist somit natürlich gegenüber den diversen Opel und Ford Escort benachteiligt.“

Rohdes GT ist nicht zu verwechseln mit dem GTS, den Walter Röhrl in der Rallye-DM 1981 zu vier Siegen lenkte und mit dem Ulli Richter/Dr. Wolf-Georg von Steahr im Langstreckenpokal viele Erfolge feierten. Rohde: „Nur der Block und der Kopf waren gleich. Die Kolben und die Kurbelwelle waren optimiert und auch die Kraftstoffaufbereitung stammte vom 928. Walter Röhrl gab 1981 bei der Sachs-Baltic 269 PS bei 1,1 bar Ladedruck zu.“

Sein GT ist nahezu identisch mit dem 924 Turbo. „Lediglich ein Ladeluftkühler ist montiert, deshalb hat der Carrera GT vorne die großen Lufteinlässe. Und die breiten Kotflügel sorgen für die entsprechende Optik.“ Ein weiterer Vorteil des 924 Carrera GT sind die weitreichenden Homologationen, die Porsche seinerzeit vorgenommen hatte. „Mein Bruder mit seinem 944 Turbo S darf noch nicht einmal die elektrischen Fensterheber ausbauen. Da habe ich bei meinem Fahrzeug doch ganz andere Möglichkeiten. So habe ich zum Beispiel für dieses Jahr eine andere Getriebeübersetzung eingebaut, diese war ideal.“

Einen Umbau auf GTS schließt Rohde mehr oder weniger aus: „Es wurden nur 50 Stück GTS gebaut, daher gibt es heute fast keine Teile mehr. Vom Carrera GT gab es immerhin 400 Exemplare. Und noch mehr Audis, wo ich auf Motorenteile zurückgreifen könnte.“

[Bericht von http://www.rallye-koeln-ahrweiler.de/]

 

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